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#269 | Johann Sebastian Bach: Genie, Hitzkopf, Organist | zum Deutschlernen

August 3, 202633 min · 4,164 words

Show notes

Bach wollte kündigen. Sein Chef sperrte ihn dafür ins Gefängnis. 🎹Johann Sebastian Bach war kein ruhiger Gelehrter, er war ein Hitzkopf, der den Degen zog, 400 km zu Fuß lief und nach seinem Tod fast 80 Jahre lang vergessen wurde. In dieser Episode erzähle ich seine ganze Biografie, auf Deutsch, Niveau B2/C1.Ich erkläre dabei Vokabeln wie „Vollwaise", „in Ungnade fallen", „Schicksalsschlag" und „Beharrlichkeit" direkt im Kontext.

Highlighted moments

Es gibt sogar mal die Situation, dass er den Degen, also so ein Schwert ähnliches Ding, den Degen gezogen hat, weil jemand versucht hat, sich mit ihm zu streiten. Und auf offener Straße gab es dann also Prügeleien mit seinem Degen dazu.
9:52
Als Bach 1717 eine bessere Stelle in Köthen angeboten bekam und den Herzog um eine Entlassung bot, reagierte dieser ungehalten. Also der Herzog in Weimar mochte das nicht, dass er eine bessere Stelle in Köthen bekommen hat und wollte Bach nicht gehen lassen und sperrte ihn ein für fast vier Wochen ins Gefängnis.
16:06
Weil er eben nicht so viel Zeit damit verbringen musste, in der Kirche zu spielen, konnte er also viele Musikstücke, weltliche Instrumentalmusik komponieren.
19:22

Transcript

Introduction to Bach

0:00So, und heute gibt es mal eine interessante Episode, und zwar zum Leben von Johann Sebastian Bach. Wir schauen uns also die Biografie an. Du kennst Bach, der Komponist, der Organist. Und wir versuchen dabei auch ein bisschen unser Deutsch zu verbessern. Wenn du so auf dem B2C1-Niveau bist, dann ist diese Episode wahrscheinlich besonders hilfreich für dich. Wir schauen uns also die Biografie an, und dabei werde ich ein paar Wörter erklären, die für dich vielleicht neu sind oder unklar, die du vielleicht nicht so genau kennst.

Bach's Early Life

0:35Naja, also, wir fangen an. Im Jahre 1685, um genauer zu sein, am 21. März 1685, wird Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren. Wo liegt Eisenach? Richtig, das liegt in Thüringen. Also, im ehemaligen Osten von Deutschland. Und er wird geboren in eine Musiker-Dynastie. Sein Vater, sein Großvater, die sind alle Musiker von Beruf.

1:08Also, das war also nicht besonders schwer für Bach, sich für Musik zu interessieren und da auch gut zu sein in diesem Bereich. Sein Vater, Johann Ambrosius Bach, brachte ihm vermutlich das Geigenspiel bei. Also, die Geige ist die Violine, also the violin. Und ja, dann gab es schon sehr früh im Leben von Bach oder von Johann ein Familienunglück, beziehungsweise gleich zwei.

1:43Und zwar ist seine Mutter im Alter von neun gestorben und dann ein Jahr darauf ist sein Vater gestorben. Das bedeutet, ab dem 10. Lebensjahr war er dann schon ein Vollweise, also ein Waisenkind. Weise ist, wenn die Eltern nicht mehr am Leben sind. Auf Englisch würde man wahrscheinlich sagen Orphan. Und daraufhin zog er dann zu seinem Bruder, Johann Christoph Bach. Der war auch Organist. Organist ist ein Orgelspieler.

2:15Das musste ich auch erst lernen. Es ist interessant, wie viele Organisten ich in der Vergangenheit und auch aktuell als Schüler habe. Die wissen auch immer deutlich mehr über Musik und über Musiker und über Bach und so weiter als ich. Mir hilft diese Episode auch ein bisschen, um mehr über das Thema zu lernen. Das interessiert mich schon. Und dieser Bruder, Johann Christoph Bach, brachte also Johann Sebastian Bach das Orgel- und Zembalo-Spiel bei.

2:45Dann gibt es eine interessante Anekdote, vielleicht auch Episode. Da zeigte sich schon so ein bisschen die Leidenschaft und dieses Durchsetzungsvermögen von Johann Sebastian Bach. Und zwar hat er ein verbotenes Musikstück oder Notenheft abgeschrieben von seinem Bruder. Sein Bruder hat das vor ihm verheimlicht oder wollte, hat ihm das nicht erlaubt, dieses Musikstück oder diese Musikstücke zu lernen, weil es irgendwie zu fortgeschritten war und so weiter.

3:22Aber der junge Bach hat sich dann nicht beirren lassen und wollte schon mehr lernen, als sein Bruder ihm erlaubte. Er hat das also abgeschrieben und hat dann versucht, diese Musikstücke zu lernen. Gibt es noch interessante Wörter, die wir hier, also das Wort Organist und das Wort die Geige bzw. das Geigenspiel, das sind glaube ich zwei interessante Wörter, die für dich vielleicht neu sind.

3:56Dann gibt es noch ein paar andere Wörter, er hat ihm das Orgelspiel beigebracht. Das hatten wir ja bei ihm mit den Verben bringen, also ihm etwas beibringen, ihm zeigen, wie das funktioniert und so, dass er das dann auch kann, in dem Fall das Orgelspiel.

Wanderjahre and Lübeck

4:15So, und jetzt kommen wir zu Kapitel 2, die Wanderjahre und ein berühmter Fußmarsch nach Lübeck. Also mit 15 verließ dann Bach schon seinen Bruder und ging nach Lüneburg. Lüneburg liegt in der Nähe von Hamburg. Eisenach liegt ja in der Nähe von Erfurt, also so, ja, also in Thüringen eben.

4:45Und Lüneburg ist dann schon ein Stück weit weg in der Nähe von Hamburg, wo er dann als Sängerknabe und später dann auch als Musiker arbeitete und sich weiterbildete. Hier ist vielleicht noch interessant das Wort der Knabe.

5:04Der Knabe ist ein Wort, das bedeutet sowas wie Junge. Und ich kann mich daran erinnern, dass meine Frau und ich, wir mal beim Arzt waren, hier in Deutschland, und der Arzt hat das Wort Knabe verbindet, weil wir Ultraschalluntersuchungen hatten, als Theo noch nicht geboren war. Und da hat er halt feststellen können bei der Ultraschalluntersuchung, dass Theo ein Knabe ist. Und Luise wusste in dem, also meine Frau wusste in dem Moment nicht, was ist denn jetzt Knabe?

5:34Und so haben wir das Wort Knabe gelernt. Der Knabe ist ja mal ein Wort, das wir jetzt eigentlich eher seltener verwenden würden. Wir würden eher sagen Junge. Vielleicht verwendet man das Wort Knabe in der Medizin eher. Ich weiß es nicht. Naja, jedenfalls hat er dann in Lüneburg gelebt. Und danach folgten dann feste Stellen, also feste Arbeitsstellen. 1703 wurde er dann Organist in Arnstadt.

6:04Und ab 1707 dann in Mühlhausen. Beide liegen in der Region um Eisenach. Also er ist dann wieder von Lüneburg zurück in seine Region gezogen, da wo er herkam. Das ist interessant. Das liegt auch alles so an der Grenze zu Westdeutschland.

6:24Wenn ihr euch das mal auf der Karte anschaut. Okay, so. Und dann passierte was Interessantes. Als er dann im Winter 1705 wollte Bach einen Bad. um einen vierwöchigen Urlaub, um an seiner Stelle in Arnstadt, um nach Lübeck, das ist ja auch wieder weiter weg, irgendwie 400 Kilometer entfernt, um da den berühmten Organisten Dietrich Buxtehude,

6:56Buxtehude, ist auch interessant, Buxtehude, zu hören und von ihm zu lernen. Ja, okay, vier Wochen Urlaub ist sportlich. Aber das Problem war, dass er die Strecke zu Fuß ging. Aus den vier Wochen wurden dann am Ende also vier Monate. Monate, je nach Quelle, ja, es sind natürlich alles Überlieferungen. Keiner hat jetzt da ein Video mit dem Handy aufgenommen, um das zu bestätigen.

7:29I wrote a little song to remind you, Choice Hotels gets you more of the experiences you value. The Cambria Hotels got it all. A rooftop bar, have a ball. Cocktails up here feel just right. Is Cambria amazing, alright?

7:51Bring a date, your team, or even your mom. Book direct at choicehotels.com See you on the roof. I'm not giving up. I am selling the building. The final season of FX is the Bear. The restaurant is flooded. Everything's either gonna be okay. No, stop! Or not. We are outgunned and we are outmanned.

8:21We have each other.

8:24FX is the Bear, the final season. All episodes now streaming on Disney+. Und natürlich kam er dann nach den vier Monaten wieder und die Leute in Arnstadt, der Kirchenvorstand in Arnstadt war natürlich ein bisschen weniger amüsiert über diese vier Monate, die er also nicht da war und die dachten eben, dass seine eigenmächtige Abwesenheit sehr respektlos war und so konnte man also schon sehen, dass er mit gerade mal 20 schon sehr stur war und seinen eigenen Willen hatte.

9:05In dem Fall wollte er sich ja eigentlich nur musikalisch weiterbilden. Diese Sturheit oder vielleicht auch Beharrlichkeit sollte sein ganzes Leben lang begleiten. Er war also kein einfacher Angestellter. Er wusste, was er konnte und ließ sich ungern etwas absprechen. Und hier habe ich mir noch aufgeschrieben, dass ich habe noch so ein bisschen recherchiert und habe herausgefunden, dass man denkt ja heutzutage, dass Bach, so Bach ist so klassische Musik.

9:36Musik, du bist, du meditierst irgendwie, du versuchst dein Ich in Gleichklang zu bringen, du versuchst dich irgendwie zu entspannen und so weiter. Aber interessant ist, dass Bach eigentlich ein ziemlicher Hitzkopf war. Es gibt sogar mal die Situation, dass er den Degen, also so ein Schwert ähnliches Ding, den Degen gezogen hat, weil jemand versucht hat, sich mit ihm zu streiten. Und auf offener Straße gab es dann also Prügeleien mit seinem Degen dazu.

10:10Und er war auch ein Coffee-Addict, kaffeesüchtig. Also er hat sogar mal ein Werk geschrieben, so ein bisschen als Humor zum Thema Kaffee. Also er war kaffeesüchtig und war auch ein Hitzkopf. Das ist interessant, also um vielleicht auch so ein bisschen den Charakter von Bach ein bisschen mehr zu verstehen. Man stellt sich so diesen Gelehrten und diesen Musiker-Virtuos und so weiter vor.

10:42Aber das sind auch alles nur Menschen. Und er hatte ja auch, ich weiß nicht, ob ich das später nochmal sagen werde, 20 Kinder. Und von diesen 20 Kindern haben 10 überlebt. Das muss man auch erstmal schaffen, 20 Kinder von zwei Frauen.

11:00Vielleicht um so ein bisschen diesen Charakter von Bach noch so ein bisschen besser zu verstehen, finde ich, wenn man sich die Musik auch anhört. Wörter, die ich noch erklären wollte, ist Sturheit. Also wenn jemand stur ist, dann versucht jemand also etwas, seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Stubbornness. Und Beharrlichkeit ist dann so ein bisschen wie, da gibt es ein anderes Wort. Oh, das fällt mir gerade nicht ein.

11:30Das Verwenden ist ein englisches Wort. Das verwenden Leute aber mittlerweile häufig auf Deutsch. Fällt mir aber gerade nicht ein. Grit gibt es vielleicht noch als anderes Wort, was man jetzt als englisch übersetzt. Jemand ist beharrlich. Jemand versucht immer, sich durchzusetzen. Ja.

11:49Noch was, noch was, noch was. Eigenmächtig. Also man versucht etwas auf eigene Faust durchzusetzen.

11:57Selbstständig. Ohne vielleicht Befugnis, ohne Erlaubnis. Hat er es trotzdem gemacht.

Weimar and Gefängnisaufhalt

12:04So, also das war interessant. Wir haben jetzt schon so ein bisschen besseres Bild, wie denn eigentlich Bach so drauf war. Jetzt kommen wir nach Weimar. Aufstieg und Gefängnisaufhalt. Okay, 1708 wechselte dann Bach nach Weimar. Weimar liegt auch da in der Nähe. Also in dieser Region. Um da am Hof des Herzogs zu arbeiten. Zunächst als Hoforganist und später dann als Konzertmeister.

12:36Da wurde er dann befördert zum Konzertmeister. Die Beförderung ist also, wenn du ganz normal im Job erst bist du Manager und dann bist du, was weiß ich, Manager einer ganzen Abteilung und dann bist du C, C irgendwas O und so weiter. Du wirst also befördert. You're gonna be promoted. So. Und das war natürlich eine deutliche Karriereweiterentwicklung.

13:08Und in Weimar entstanden dann viele seiner bekanntesten Orgelwerke. Darunter die Toccata und Fuge in D-Moll. Eines der bekanntesten Orgelstücke überhaupt. Was interessant ist zur Toccata und zur Fuge, weil ich bin jetzt nicht, leider musikalisch nicht gut genug gebildet, um das zu wissen. Deshalb musste ich das so ein bisschen heraussuchen.

13:39Das geht ja heutzutage relativ einfach. Toccata kommt aus dem Italienischen und bedeutet berühren, also to touch. Und das soll bedeuten, dieses virtuose Berühren der Tasten durch den Organisten. Toccata ist so ein Stil, frei, dramatisch, Kreativität und kreativ, plötzliche Pausen, mächtige Akkorde. Also wenn man sich das Musikstück anhört, dann merkt man das auch.

14:12Gerade am Anfang, diese Toccata, wo es also so kreativ, so ein bisschen dramatisch und so weiter. Und dann die Fuge kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Flucht. Aber nicht, dass man jetzt flüchtet, sondern diese einzelnen Melodien oder diese Melodiestimmen, die jagen sich gegenseitig und fliehen voreinander weg.

14:42So in die Richtung ist das gedacht. Und die Fuge ist also mathematisch streng, folgt einem bestimmten Prinzip und so weiter. Also ich weiß nicht, ob es das Gegenteil ist, aber man hört den Kontrast. Wenn man sich das anhört, die Toccata und die Fuge, dann merkt man das. Und das Ganze ist in D-Moll, wenn ich, genau in D-Moll. Und diese Moll-Töne, die klingen ja eher düster, traurig und dramatischer als Dur.

15:18Finde ich noch interessant. Vielleicht, wenn du gerade Auto fährst, vielleicht kannst du dir ja nach der Podcast-Episode dann nochmal ganz genüsslich Toccata und Fuge in D-Moll von Bach anhören. Vielleicht lässt das ja deinen Tag besser ausklingen oder beginnen. Je nachdem, in welche Richtung du gerade mit dem Auto fährst. Ob von der Arbeit oder zur Arbeit. Wir machen weiter.

15:50Er hat also da in Weimar dieses viele bekannte Orgelwerke komponiert. Und hier gibt es auch noch was Interessantes. Hier gab es einen Konflikt. Als Bach 1717 eine bessere Stelle in Köthen angeboten bekam und den Herzog um eine Entlassung bot, reagierte dieser ungehalten. Also der Herzog in Weimar mochte das nicht, dass er eine bessere Stelle in Köthen bekommen hat

16:23und wollte Bach nicht gehen lassen und sperrte ihn ein für fast vier Wochen ins Gefängnis. Weil Bach eben so hartnäckig auf seiner Kündigung bestand. Auf seiner Kündigung bestand. Also es ist interessant, dass Bach eben diesen hartnäckigen, diesen hitzköpfigen Charakter hatte und sogar dafür ins Gefängnis gesteckt wurde. Weil stell dir das vor, du wirst heute, willst kündigen und dein Boss sagt dir, nee, nee, nee, du kannst hier nicht kündigen, wir brauchen dich.

16:55Und dann sagst du, nee, ich hab ein besseres Angebot bekommen, will da hin. Und dann verknackt dich dein Chef. Also es ist ein bisschen, waren andere Zeiten. Ein Arbeitgeber sperrt ihn, genau richtig. Und dann fiel er noch in Ungnaden. Und das in Ungnaden fallen ist noch interessant. Also das Wohlwollen einer anderen Person, einer mächtigen Person verlieren. Ähm, in Missgunst geraten.

17:27Also wenn eine andere Person dein Ansehen nicht mehr hat. Also die andere Person mag dich nicht mehr. Du bist in Ungnaden gefallen. In Ungnade gefallen. Sorry, Singular. Du bist in Ungnade gefallen. Ähm, gibt's noch was Interessantes dazu? Nein, das hab ich alles gesagt. Dann kommen wir jetzt zu Kapitel 4.

Köthen and Productivity

17:52Jetzt ist der in Köthen. Und dort arbeitete dann Bach also ab 1717 als Kapellmeister für Fürst Leopold von Anhalt und Köthen. Der war, äh, kalvinistisch. Ein kalvinistischer Fürst. Äh, und, äh, äh, äh, so, äh, gab's eben auch den kalvinistischen Gottesdienst. Und, äh, das bedeutet, dass diese aufwendige Kirchenmusik keine Rolle spielte oder wenig eine Rolle spielte.

18:25Und das führte dazu, dass Bach viel Zeit, äh, hatte, um zu komponieren. Äh, kalvinistisch bedeutet, kurz gesagt, ist ja eine Ableitung aus der, also eine Strömung, äh, des, aus der, aus dem protestantischen Christentum. Und das ist also eine strenge, schlichte, arbeitsame Auslegung des Glaubens, ja, äh, kalvinistisch.

18:56Da gab's ja diesen Kalvin, hieß der Johann Kalvin. Und der hatte also eine andere Idee, wie der Protestantismus zu verstehen ist. Ähm, und eben dieser Fürst Leopold von Anhalt und Köthen war eben Kalvinist oder kalvinistisch. Genau. Und Bach hatte dort also seine produktivste Phase in Köthen. Weil er eben nicht so viel Zeit damit verbringen musste, in der Kirche zu spielen,

19:27konnte er also viele Musikstücke, weltliche Instrumentalmusik komponieren. Hier entstanden auch die, oder unter anderem die brandenburgischen Konzerte, das wohltemperierte Klavierteil 1 und die Suiten und Sonaten, oder zahlreiche Suiten und Sonaten.

19:50Äh, dann Fürst Leopold, äh, war selbst ein begeisterter, ähm, und relativ kompetenter Musikliebhaber und, äh, hatte ein ausgenommen gutes, ein, äh, ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Bach. Was ja für den, für den hitzköpfigen Bach jetzt keine, sagen wir mal, nicht üblich war. Eher selten, dass er ein richtig gutes Verhältnis zu seinem Vorgesetzten hatte.

20:22Normalerweise war Bach, hatte Bach jetzt eher so einen sehr, sagen wir mal, freien Geist und konnte mit seinen Vorgesetzten häufig nicht so gut aus, auskommen, weil er eben seine eigenen Ideen hatte. Kann ich irgendwie sehr gut nachvollziehen. Ich erkenne mich da so ein bisschen wieder. Ähm, aber dann gab es ein Schicksalsschlag. Ähm, Schicksalsschlag, kann ich das Wort noch erklären?

20:53Äh, also ein Unglück, ein Verlust, eine Tragödie. Und dieser Schicksalsschlag ist also, während er mit seinem Fürsten auf Reise war, starb seine Frau. Und als er wiederkam, das ist besonders dramatisch, war sie schon beerdigt. Ähm, ja, also seine Frau starb und hinterließ vier überlebende Kinder. Also er hatte, ja, so das war dann eben ein Schicksalsschlag, eine nicht so schöne Sache.

21:271721 heiratete er dann wieder. Und, äh, Annalena Magdalena Wilke oder Wilke. Und sie war eine talentierte Sängerin. Und, äh, das, weil sie eben so musikalisch war, war das auch eine sehr glückliche und musikalisch fruchtbare Zeit für ihn. Ähm, genau. Genau, und, äh, und sie kopierte dann auch seine, seine Notenbücher und, äh, seine Noten und trug also dazu bei, dass die Musik von Bach erhalten bleibt.

22:09Ähm, genau, richtig. Vielleicht das Wort fruchtbar noch, also wenn etwas Früchte trägt, wenn etwas in diesem Fall übertragen sehr produktiv ist. Eine sehr musikalisch produktive Zeit. Eine sehr musikalisch fruchtbare Zeit. Genau, so, dann kommen wir jetzt weiter. Ich muss hinne machen, sodass ihr nicht hier schon, schon irgendwie zu müde wärt und einschlaft. Ähm, so, wir machen weiter.

22:42Ähm, jetzt geht er nach Leipzig. Wir sind im Jahre 1723 und dann in diesem Jahr zieht Bach also mit seiner Familie nach Leipzig, wo er die Stelle des Thomas-Kantors antrat. Und, äh, dort war er also verantwortlich für mehrere Leipziger Kirchen und natürlich vor allem die Thomas-Kirche und lehrte auch an der Thomas-Schule.

23:12Da gibt es noch ein paar interessante, also viele interessante Dinge dazu. Äh, wenn ihr mal Leipzig besuchen solltet, vielleicht könnt ihr dann auch die Thomas-Kirche besuchen. In Leipzig war er enorm produktiv. Wir erinnern uns, er war ja kaffeesüchtig, also die Produktivität, der Kaffeekonsum hat wahrscheinlich auch zur Produktivität beigetragen. Er komponierte dort fast wöchentlich neue Kantate für den Wochendienst.

23:43Über 200 sind erhalten. Vermutlich hat er noch deutlich mehr geschrieben.

23:50Johannes' Passion, Matthäus' Passion und beides sind monumentale Werke über die Lebensgeschichte Jesu.

Spätwerke and Legacy

24:00So, und jetzt kommen wir zum Kapitel 6, also zu dem Ende vom Leben von Johann Sebastian Bach. Seine Spätwerke waren abstrakter, fast mathematisch. Und, ähm, diese sind zum Beispiel die Goldberg-Variation, die Kunst der Fuge, unvollendet, und das musikalische Opfer. Und diese zählen zu den intellektuell anspruchsvollsten Werken seiner gesamten Schaffungszeit.

24:37Wir hören uns jetzt bestimmt alle demnächst diese Werke, äh, an und gucken mal, ob wir die intellektuell anspruchsvoll finden, ob wir die schön finden oder ob nicht. Kannst ja mal in die Kommentare schreiben, ob dir Bachs Musik gefällt und welches Musikstück dir am besten gefällt. Das würde mich interessieren, vielleicht lerne ich ja auch noch was. Das musikalische Opfer entstand nach einem berühmten Besuch. Und das ist interessant. Das ist ziemlich interessant.

25:081747 wurde er nämlich von Friedrich dem Großen eingeladen nach Potsdam. Genau. Und das ist der gleiche Friedrich der Große, den wir schon von Voltaire kennen. Ja, das ist interessant. Friedrich der Große, der war echt ein, sagen wir mal, eine interessante Person. Zudem müssen wir auf alle Fälle auch mal eine Episode machen. Der hatte also Briefkontakt oder Brieffreundschaft, das sagen wir eher, eine Brieffreundschaft mit Voltaire, der ihn ja auch mal besucht hatte und dafür drei Jahre gelebt hat.

25:42Und lud auch interessante Leute an, wie zum Beispiel Johann Sebastian Bach, der König, also Friedrich der Große, war selbst ein begeisterter Flötenspieler und Musikliebhaber. Und die beiden hatten also echt eine gute Zeit zusammen. Und Bach bat ihn zu improvisieren und war so begeistert davon, dass er sogar sprachlos war, wie gut Bach denn Musik machen konnte und auch improvisieren konnte.

26:24Introducing Meta Glasses. Hey Meta. Any last-minute tables for two tonight? Sure. There's a great Italian restaurant 15 minutes away. Hey Meta. Where's the nearest flower shop? Five minutes away. Straight down Broadway, past the Bodega. Their lilies are trending on Instagram. Just saying. Hey Meta. Am I forgetting anything else? How about setting a calendar reminder for next year? Meta Glasses. Available in more than 20 styles. Whether it's a movie night or just midday, Skinny Pop is a salty snack that keeps on giving.

26:59Made with just three simple ingredients for an irresistibly delicious taste and a large serving size that lasts. Deliciously popped, perfectly salted. Skinny Pop. Popular for a reason. Shop Skinny Pop now. Genau, als Dank arbeitete Bach das Thema danach zu Hause zu einem ganzen Stück, zu einem ganzen Werkzyklus aus. Und das war dann also das musikalische Opfer.

27:31Das entsprang also aus dieser Zeit, aus diesem Besuch in Potsdam bei Friedrich dem Großen. Okay, so, wir machen weiter. Dann die späten Jahre von Bach waren dann doch eher von Leid geprägt. Und das Wort Prägen, kennst du? Das Wort Leiden, it was, also das Leiden, the suffering und das Leid, ja, es war von Leid, ähm, es gab viel Leid, äh, zu seiner Zeit am Ende seines Lebens.

28:08Warum? Weil seine Augen sich verschlechterten und, äh, er hatte vermutlich grauen Starr. Grauen Starr ist Cataract. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, grauen Starr. Also ein Stadium, ein Vorstadium der Erblindung. Und er unterzog sich einer Augenoperation durch einen britischen Wanderarzt. Wanderarzt ist auch, gibt es heutzutage noch Wanderärzte? Das ist auch so, das erinnert mich irgendwie an den Film Medicus.

28:39Gab es da nicht auch einen Wanderarzt? Naja, und dieser Wanderarzt, John Taylor, der zog durch Europa und operierte Patienten, aber hatte natürlich höchst zweifelhafte Methoden und die Operation ging schief, misslang. Und, ähm, daraufhin aufgrund dieser Operation erblindete Bach dann vollständig. Und wenige Monate später, am 28. Juli 1750, starb Johann Sebastian Bach dann in Leipzig.

29:14Vermutlich an den Folgen eines Schlaganfalls. Schlaganfalls ist Stroke. Weiß ich jetzt auch nicht genau, wie ich das genauer erklären soll. Also ein, ein, ein, ein Schlaganfall eben. Äh, möglicherweise durch irgendwie diese missglückte, äh, Operation, die hat das wahrscheinlich begünstigt, dass diese, dieser Schlaganfall passierte. Also, Bach wurde 65 Jahre alt. Ähm, gibt es noch Wörter, die ich erklären sollte?

29:46Schlaganfall, Schlaganfall, Stroke, grauer Starr, Cataract, äh, Wanderarzt, also Wandern, also ein Arzt, der immer umher wandert, der also nicht an einem Ort lebt oder ist. Und erblinden als Verb ist also blind werden. Ja, kann man auch als Verb verwenden. Er, er blindet oder er, er blindete. Genau, und jetzt kommen wir zum letzten Kapitel.

Bach's Later Years and Legacy

30:13Ähm, im Prinzip, eigentlich habe ich schon, äh, sehr viel erzählt, was ich im letzten Kapitel erzählen wollte. Also, nach, äh, Bachs Tod, und das ist interessant, ähm, passierte etwas, was aus heutiger Sicht kaum zu glauben ist. Denn er geriet in Vergessenheit. Also dieses musikalische Multitalent, das heutzutage jeder kennt, jeder kennt den Namen Johann Sebastian Bach. Und danach, als er gestorben ist, kannte ihn keine Sau mehr.

30:46Also kaum jemand kannte ihn, äh, zu Lebzeiten war er hauptsächlich als Organist und Improvisator berühmt. Also jetzt nicht als dieser, weiß ich nicht, dieser Übermusiker. Äh, der musikalische Geschmack veränderte sich dann auch. Und die jüngere Generation, unter anderem seine eigenen Söhne, komponierten Musik in einem leichteren, galanten Stil.

31:16Naja, und, äh, Leute dachten also, dieser Musik von Bach sei altmodisch und eben nicht mehr modern. Naja, aber dann kam Felix Mendelssohn-Bartholdy und, äh, äh, der dirigierte in Berlin eine Aufführung der Matthäus-Passion, welche von Bach komponiert wurde. Und diese Aufführung gab's 1829. Und ab dieser Aufführung, ab diesem, diesem Zeitpunkt,

31:49erlebte, äh, Bach, Bachs Musik, eine regelrechte Bach-Renaissance. Und, äh, er wurde dann eben zunehmend zu einem der größten Komponisten aller Zeiten anerkannt. Anerkannt. Jemanden anerkennen, ja, das hatten wir, glaube ich, schon. Die Anerkennung anerkannt, das hatten wir, glaube ich, in der Schopenhauer-Episode. Also, das ist interessant. Und er ist also gestorben und dann, äh, also 1750 ist er gestorben

32:23und dann erst 1829 wurde seine Musik dann wiederentdeckt. Das ist krass. Also fast 80 Jahre später. Er, seine Musik, äh, geriet 80, fast 80 Jahre in Vergessenheit. Das ist schon lange. Also 80 Jahre. Überleg mal. Ja, das ist interessant. Ähm, genau. Und dann wollte ich noch die Anekdoten erzählen mit Kaffee süchtig und er zog den Degen, war sehr hitzköpfig,

32:54aber, äh, war ein Hitzkopf. Äh, aber das habe ich ja schon erwähnt vorhin und das brauche ich jetzt also nicht noch detaillierter erklären. Heute gilt Bach, äh, vielen Musikern und, äh, Musikwissenschaftlern als eine Art Fundament der westlichen Musik überhaupt. Seine Werke werden in Konservatorien weltweit studiert. Seine Harmonik und Kontrapunktik gilt als Höchstform kompositorischer Technik.

33:29Ja, also, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen für jemanden, der sich nicht so super gut mit Musik und Musikwissenschaft auskennt. Also, er ist heute wirklich einer der beeindruckendsten Komponisten überhaupt. In Leipzig kannst du die Thomaskirche besuchen. Dort finden jährlich Aufführungen statt oder regelmäßig jährlich Aufführungen, regelmäßig Aufführungen seiner Werke statt.

34:01Also, solltest du mal Deutschland besuchen, besuche vielleicht Leipzig und besuche die Thomaskirche, um dort die Musik von Bach wiederzuerleben, wie Bach sie damals vielleicht gespielt hat. Und sein Grab liegt auch dort, im Altarraum der Kirche, in der er einst arbeitete. So, und damit vielen herzlichen Dank. Ich hoffe, dir hat die Episode gefallen.

34:33Ich hoffe, du hast auch ein bisschen Deutsch gelernt. Wenn du ein paar Wörter nicht verstanden hast, dann schau dir meine Mitgliedschaft an. In der Mitgliedschaft werde ich mir das Transkript hier oder das Skript und das Transkript nochmal genauer anschauen und Wörter detaillierter erklären, die ich hier vielleicht nicht gut genug erklärt habe. Die Mitgliedschaft kannst du ausprobieren für einen Monat, für einen Euro. Danach gibt es dann den ganz normalen Preis.

35:03Das alles findest du auf meiner Website, der expertlygerman.com Und schreib in die Kommentare, gefällt dir diese Episode? Soll ich mehr Episoden zu Personen wie Bach aufnehmen? Und so weiter. Wie gefällt dir mein Stil? Sollte ich vielleicht noch mehr einzelne Wörter erklären? Sollte ich irgendwelche Dinge noch detaillierter erklären, die dir dabei helfen, die Wörter zu verstehen, die Sprache besser zu lernen?

35:35Dein Feedback hilft mir. Wenn du mir kein Feedback in den Kommentaren gibst, kannst du mir auch einfach eine E-Mail schreiben. Die E-Mail-Adresse ist tom.expertlygerman.com Vielen herzlichen Dank. Tschüss und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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